n8n vs. Make vs. Zapier: Der Vergleich für Unternehmen
n8n vs. Make vs. Zapier plus Power Automate im Vergleich: Sitz, Datenschutz, Bedienbarkeit, KI-Funktionen und Preismodell. Mit Entscheidungsbaum.
Das Wichtigste in Kürze
- n8n, Make und Zapier sind die bekanntesten Automatisierungstools, dazu kommt Microsoft Power Automate als vierte Option im M365-Umfeld.
- n8n sitzt in Berlin und ist als einziges selbst hostbar, was die volle Kontrolle über die Daten bedeutet, Zapier bietet die größte App-Auswahl.
- Die KI-Funktionen sind 2026 in allen Plattformen angekommen, der Unterschied liegt in Bedienbarkeit, Hosting und Preisstruktur.
- Die Wahl hängt von Ihrem Umfeld ab: Wer Microsoft nutzt, prüft zuerst Power Automate, wer hohe Datenschutzanforderungen hat, zuerst n8n.
Inhalt
- Die vier Tools im Kurzportrait
- n8n vs. Make vs. Zapier: Die Unterschiede in der Tabelle
- n8n: Der selbstbestimmte Allrounder
- Make: Der visuelle Cloud-Baukasten
- Zapier: Die größte App-Auswahl
- Power Automate als vierte Option
- Der Entscheidungsbaum: Wann welches Tool?
- Datenschutz im Blick: n8n, DSGVO und der EU-Betrieb
- KI-Funktionen: Was die Plattformen 2026 können
- Häufige Fragen
Beim Vergleich n8n vs. Make vs. Zapier entscheidet für Unternehmen vor allem, welches Tool zu ihren Daten, Systemen und Mitarbeitern passt. Dazu kommt Microsoft Power Automate als vierte wichtige Option, besonders für Betriebe, die Microsoft 365 nutzen. Dieser Vergleich zeigt die Stärken und Schwächen der vier Tools und führt Sie mit einem Entscheidungsbaum zur passenden Wahl.
Die Verwirrung ist berechtigt: Alle vier Tools tun auf den ersten Blick dasselbe. Sie verbinden E-Mail, CRM, Buchhaltung, Kalender und Hunderte weiterer Anwendungen miteinander, damit Daten automatisch von einem System ins nächste wandern. Der Unterschied beginnt dort, wo es um Ihre Daten, Ihre Systeme und Ihre Mitarbeiter geht.
Wenn Sie noch klären müssen, welche Prozesse sich überhaupt automatisieren lassen, lohnt zuerst der Leitfaden zur Prozessautomatisierung mit KI. Danach führt dieser Vergleich Sie durch die Tool-Frage.
Die vier Tools im Kurzportrait
n8n kommt aus Berlin und arbeitet nach einer „fair-code“-Lizenz. Das Tool lässt sich als einzige der vier Varianten im eigenen Netzwerk betreiben, Sie behalten die Kontrolle über Server und Daten. Es eignet sich für Betriebe, die Wert auf Datenschutz und Anpassbarkeit legen.
Make mit Sitz in Tschechien ist ein Cloud-Dienst mit visueller Oberfläche. Abläufe heißen dort Szenarien, sie lassen sich weitgehend ohne technisches Vorwissen bauen. Make eignet sich für Teams, die schnell und ohne Administrator starten wollen.
Zapier mit Sitz in den USA ist der Klassiker der App-Verbindungen und bietet die größte Auswahl an vorgefertigten Anbindungen. Für Betriebe mit dem breitesten Tool-Mix ist Zapier meist die sichere Wahl.
Microsoft Power Automate ist die Automatisierungslösung aus dem Microsoft-365-Umfeld. Wer ohnehin mit Microsoft arbeitet, findet hier die engste Integration zu SharePoint, Teams und Outlook.
n8n vs. Make vs. Zapier: Die Unterschiede in der Tabelle
Die folgende Tabelle vergleicht die vier Tools an den Kriterien, die für Unternehmen zählen. Konkrete Preise nennen wir bewusst nicht, sie ändern sich laufend, deshalb steht bei allen das Preismodell.
| Kriterium | n8n | Make | Zapier | Power Automate |
|---|---|---|---|---|
| Sitz | Berlin, Deutschland | Tschechien | USA | USA (Microsoft) |
| Hosting | Cloud oder eigenes System | Cloud | Cloud | Microsoft-Cloud |
| Datenschutz | Selbsthosting möglich, volle Kontrolle | EU-Anbieter, Cloud | US-Anbieter, Cloud | EU Data Boundary bei Microsoft 365 prüfen |
| Bedienbarkeit | Technisch, erfahrene Nutzer | Visuell, einsteigerfreundlich | Visuell, einsteigerfreundlich | Im Microsoft-Umfeld gewohnt |
| KI-Funktionen | KI-Schritte und Agenten | KI-Schritte integriert | KI-Schritte und Agenten | Copilot-Integration |
| Preismodell | Community-Edition kostenlos (Lizenzregeln je nach Nutzergröße prüfen), bezahlte Stufen | Pro Nutzer und Monat, nutzungsbasiert | Pro Nutzer und Monat, nutzungsbasiert | Im M365-Abonnement, zusätzliche Stufen |
| Stärke | Datenschutz und Flexibilität | Einfacher Einstieg | Größte App-Auswahl | Microsoft-Integration |
Die Preismodelle haben einen gemeinsamen Kern: Sie rechnen in der Regel pro Nutzer und Monat oder nach Anzahl automatisierter Aufgaben. Was konkret enthalten ist, prüfen Sie am besten auf der Seite des Anbieters.
n8n: Der selbstbestimmte Allrounder
n8n ist die Wahl für Betriebe, die ihre Daten nicht aus der Hand geben wollen. Weil sich das Tool im eigenen Netzwerk betreiben lässt, entscheiden Sie selbst, wo die Daten verarbeitet werden. Das ist gerade für sensible Bereiche wie Buchhaltung oder Personal ein starkes Argument.
Die Kehrseite ist die Technik. Zwar gibt es eine grafische Oberfläche, aber wer n8n selbst hostet, braucht jemanden, der den Server pflegt und Updates einspielt. Für ein kleines Team ohne technische Ansprechperson kann deshalb die Cloud-Variante von n8n der bessere Einstieg sein.
Auch Abläufe mit vielen Schritten und hohen Durchlaufzahlen lassen sich in n8n gut abbilden. Wer mehrere Systeme direkt anbinden will, findet in n8n den flexibelsten Zuschnitt; die passenden Integrationswege stellt der Vergleich der Anbindungsarten vor.
Make: Der visuelle Cloud-Baukasten
Make überzeugt mit seiner Oberfläche. Die Arbeitsweise ist stärker visuell als bei Zapier, Zusammenhänge lassen sich auf einen Blick erfassen. Gerade Einsteiger schätzen, dass sie ein Szenario Schritt für Schritt zusammenklicken können, ohne Programmierwissen.
Als Cloud-Dienst von einem EU-Anbieter adressiert Make einen Teil der Datenschutzfragen, die sich bei amerikanischen Tools stellen. Für unkritische Daten ist das eine gute Position, für sehr sensible Daten bleibt der Blick auf den tatsächlichen Verarbeitungsort wichtig.
Wer wenig Erfahrung mit Automatisierung hat, kommt mit Make häufig am schnellsten zum ersten funktionierenden Ablauf. Das senkt die Schwelle, aus einer Idee ein laufendes Projekt zu machen.
Zapier: Die größte App-Auswahl
Zapier punktet mit Umfang. Keine andere Plattform verbindet so viele Anwendungen, von gängigen Diensten bis zu Nischen-Lösungen. Wenn Ihr Betrieb besondere Software einsetzt, kommt es darauf an, wie gut die Verbindung funktioniert. In dieser Disziplin ist Zapier schwer zu schlagen.
Zapier ist ein Cloud-Dienst mit Sitz in den USA. Für Daten mit strengen Anforderungen bedeutet das eine genauere Prüfung, welche Personen Zugriff haben und wo verarbeitet wird. In vielen Standardfällen ist das machbar, im Zweifel klärt die Rechtsabteilung oder Datenschutzstelle den Einzelfall.
Der Einstieg ist dank guter Vorlagen leicht. Wer viele Systeme aus unterschiedlichen Welten verbinden möchte, gerät bei Zapier am seltensten in eine Sackgasse.
Power Automate als vierte Option
Wer Microsoft 365 nutzt, sollte Power Automate nicht übersehen. Das Tool ist eng mit Teams, SharePoint, Outlook und Excel verzahnt und nutzt die Zugriffsrechte, die in Ihrem Microsoft-Konto ohnehin bestehen. Eine separate Plattform neben der Suite ist dann oft überflüssig.
Für den Datenschutz liefert Microsoft mit der EU Data Boundary ein Argument für Betriebe, die innerhalb der EU bleiben möchten. Die genauen Bedingungen für Ihren Tarif prüfen Sie beim Anbieter, sie unterscheiden sich je nach Lizenz.
Die Grenze zeigt sich, wenn Sie nicht-microsoftsche Systeme anbinden wollen. Das klappt zwar, aber die dedizierten Verbindungen von Zapier oder Make sind dort häufig ausgereifter. Wer sich nicht sicher ist, ob Power Automate reicht, kombiniert pragmatisch: Microsoft-interne Prozesse laufen in Power Automate, Systeme außerhalb binden Sie über ein zweites Tool an.
Der Entscheidungsbaum: Wann welches Tool?
Die Wahl lässt sich auf wenige Leitfragen reduzieren. Gehen Sie die Fragen nacheinander durch.
Erste Frage: Nutzen Sie überwiegend Microsoft-365-Anwendungen? Wenn ja, starten Sie mit Power Automate und prüfen Sie, ob die benötigten Verbindungen abgedeckt sind.
Zweite Frage: Gibt es besonders sensible Daten oder strenge Datenschutzvorgaben? Wenn ja, ist n8n in der selbst gehosteten Variante die erste Wahl, weil Sie Verarbeitungsort und Zugriff selbst bestimmen.
Dritte Frage: Wie groß ist die Vielfalt der Systeme? Nutzen Sie viele unterschiedliche Spezialanwendungen, bietet Zapier die größte Sicherheit bei der Abdeckung.
Vierte Frage: Wie erfahren ist Ihr Team? Für den ersten Einstieg mit wenig Technik-Affinität sind Make oder Zapier freundlicher, für technisch versierte Teams lohnt n8n.
Betriebe, die zuerst Erfahrung sammeln wollen, starten häufig mit Make und wechseln später auf n8n, wenn die Ansprüche wachsen. Ein Wechsel ist möglich, kostet aber Arbeit. Deshalb lohnt sich ein wenig Überlegung bei der Wahl der ersten Plattform.
Datenschutz im Blick: n8n, DSGVO und der EU-Betrieb
Die Datenschutzfrage ist beim Tool-Vergleich oft das eigentliche Entscheidungskriterium. Ein EU-Sitz allein garantiert keine DSGVO-Konformität, denn auch europäische Anbieter können Teilprozesse außerhalb der EU verarbeiten. Entscheidend sind der tatsächliche Verarbeitungsort und der Vertrag zur Auftragsverarbeitung.
n8n nimmt hier eine Sonderstellung ein, weil es als einziges Tool selbst hostbar ist. Wer n8n im eigenen Netz betreibt, bestimmt selbst, wo Daten liegen und wer darauf zugreifen kann. Das ist der stärkste Datenschutzhebel, den der Vergleich bietet. Ihre Grundlagen zum Umgang mit personenbezogenen Daten finden Sie im Ratgeber zu KI und Datenschutz. Die Einordnung dort ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.
Für unkritische Daten reicht in vielen Fällen die Prüfung der Anbieter-Dokumentation. Legen Sie dazu fest, welche Datenkategorien überhaupt in Automatisierungen einfließen dürfen, und halten Sie das in einer kurzen internen Vorgabe fest.
KI-Funktionen: Was die Plattformen 2026 können
Die KI-Funktionen haben den Werkzeugvergleich inhaltlich verändert. Alle vier Plattformen bieten inzwischen Schritte, in denen ein KI-Modell Texte formuliert, zusammenfasst oder klassifiziert. Der Unterschied liegt in der Tiefe: n8n und Zapier gehen mit Agenten-Funktionen weiter, Make integriert KI bequem in seine visuellen Szenarien, Power Automate profitiert vom Copilot-Umfeld.
Wer mehr über die KI-seitigen Möglichkeiten wissen will, findet dazu den Überblick über KI-Tools für kleine Unternehmen. Für die Auswahl zählt die Faustregel: Kaufen Sie das Tool nicht wegen heute vorhandener KI-Funktionen, sondern wegen einer stabilen Plattform, auf der Sie die nächsten Jahre aufbauen.
Häufige Fragen
Eine pauschale Antwort gibt es nicht, die Kosten hängen von Nutzern und Aufgaben ab. Alle vier Plattformen rechnen im Kern pro Nutzer und Monat oder nach verarbeiteten Aufgaben, mit kostenlosen Einstiegsstufen. n8n bietet in der selbst gehosteten Edition eine großzügige kostenlose Community-Variante; die genauen Lizenzregeln für Ihre Nutzergröße prüfen Sie auf der n8n-Seite. Konkrete Preise ändern sich laufend, prüfen Sie die aktuelle Preisübersicht auf der jeweiligen Anbieterseite.
Weiterführend
Wenn Sie unsicher sind, welches Automatisierungstool zu Ihren Prozessen passt, klären wir das gern in einem kostenlosen Beratungsgespräch über die Kontaktseite. Als Einstieg empfehlen wir außerdem den Leitfaden zur Prozessautomatisierung und den Überblick über KI-Tools für kleine Unternehmen.
Markus Metzger
Gründer von baseberatung
Markus Metzger hilft kleinen und mittleren Unternehmen, KI dort einzusetzen, wo sie konkret Zeit und Geld spart — von der ersten Beratung bis zur laufenden Automatisierung.
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